Das Bild zeigt eine Ärztin am Schreibtisch im Gespräch mit einer Patientin.

Das Hauttumorcentrum Charité (HTCC)

Das Hauttumorcentrum Charité  (HTCC) an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charitè–Universitätsmedizin Berlin wurde 2004 gegründet. Zu seinen Aufgaben gehören die Koordinierung der Früherkennung von Hauttumoren, Tumordiagnostik, Tumortherapie und Tumornachsorge. Weiterhin liegt ein Schwerpunkt auf der klinischen und experimentellen Krebsforschung.

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Forschung am HTCC

Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland und stellt mit immer höheren Patientenzahlen eine wesentliche Herausforderung in der modernen Tumormedizin dar. Als eines der ersten Zentren in Deutschland überhaupt, wurde das Hauttumorcentrum der Charité (HTCC) bereits 2004 als interdisziplinärer Zusammenschluss dermatoonkologisch tätiger Ärzte und kooperierender Fachdisziplinen aus HNO, MKG, Chirurgie, Onkologie, Augenheilkunde, Radiologie und Nuklearmedizin gegründet.

Gemeinsames Ziel ist damals wie heute die Bereitstellung eines umfassenden Spektrums spezialisierter Hautkrebsdiagnostik sowie einer modernsten, personalisierten Tumortherapie.

Schwerpunkte der Forschung

Hauttumorcentrum Charité HTCC
Hauttumorcentrum Charité HTCC

Mit in 2016 erstmals über 1000 neu diagnostizierten und behandelten Hautkrebspatienten im Jahr, ist das HTCC heutzutage eines der größten Zentren in Deutschland.

Die konsequente Umsetzung der aktuellen Therapieleitlinien, Fallvorstellungen in den interdisziplinären Tumorkonferenzen des Charité Comprehensive Cancer Centres (CCCC) sowie die aktive Zusammenarbeit mit den kooperierenden Praxen und Kliniken in Stadt und Land sind dabei Voraussetzung der Arbeit.

  • Tumorimmunologie 
  • Apoptoseregulation in Hauttumoren 
  • Epitheliale Hauttumore 
  • Immundiagnostik/Molekularbiologie
  • Tumorvirologie
  • Dermatohistologie

Arbeitsgruppen

Apoptoseregulation in Hauttumoren

Leitung:  

PD Dr. med. Jürgen Eberle

Schwerpunkte

Die Kontrolle des programmierten Zelltods (Apoptose) stellt das Gegengewicht zur Zellvermehrung (Proliferation) dar und garantiert damit das Gleichgewicht in Geweben. Bei Tumorerkrankungen ist dieses Gleichgewicht gestört, was in besonderer Weise auf eine Apoptosedefizienz der Tumorzellen zurückgeführt werden kann. Herkömmliche Therapien wie Chemotherapie und Bestrahlung sowie neue Entwicklungen für Anti-Tumor-Therapien versuchen daher insbesondere die Apoptosedefizienz in den Tumorzellen zu überwinden.

Die Arbeitsgruppe untersucht die Regulation der Apoptose in Hauttumorzellen vom Melanom, kutanem Plattenepithelkarzinom, Aktinischer Apoptose, Basaliom, Merkelzellkarzinom und kutanen T-Zell-Lymphomen. Die Identifizierung der biochemischen Signalwege dient insbesondere dem Ziel, prinzipielle Ansatzpunkte für neue Therapien zu etablieren. Die Überprüfung von Zellproliferation und Zelltod-Mechanismen geschieht in Zellkulturen, Mausmodellen sowie an Gewebeschnitten. Es werden Strategien untersucht, die auf Todesliganden und Bcl-2-Proteinen beruhen (zwei wichtige Gruppen von molekularen Regulatoren der Apoptose). Außerdem wird ein gentherapeutischen Ansatz auf der Basis von onkolytischen (Tumor-destruierenden) Adenoviren in Verbindung mit Apoptose-induzierenden Genen etabliert. Verschiedene neue Therapien werden mit der zur Verfügung stehenden Technologie auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.

Krankheitsbilder

 Melanom, kutanes Plattenepithelkarzinom (SCC), Aktinische Keratosen (AK), kutane TZell-Lymphome (CTCL)

Techniken

  • Zellkultur: Melanom-, SCC, CTCL-Zelllinien, normale Melanozyten und Keratinozyten.
  • Diverse Assays zur Quantifizierung von Apoptose, Zytotoxizität, Survival, Zellproliferation, Real-time Zellanalysesystem, Zellzylusanalysen.
  • Assays zur Untersuchung von Signalwegen: Western Blot-Analysen zur Caspasenaktivierung, Regulation von Bcl-2-Familien-Proteinen, Inhibitor-of-apoptosisproteins (cIAPs).
  • Analysen von Oberflächenexpression von Rezeptoren
  • siRNA/shRNA-Strategien
  • Mitochondriales Membranpotential,
  • intrazelluläre Freisetzung von ROS, Release von mitochondrialen Faktoren, Bax/Bak-Aktivierung
    Phosphorylierung von ERK, Akt, Bax Protein-Protein-Interaktionen per Co- Immunopräpipitation.
  • Lentivirale und adenovirale Vektoren (Replikations-defizient/kompetent)
  • Subkutanes Maus-Melanommodell in Nacktmäusen

Tumorimmunologie

Leitung
Prof. Dr. rer. nat. Peter Walden

Die Forschung der Klinischen Forschergruppe Tumorimmunologie konzentriert sich auf die Immunologie von Hautkrebs (Melanome, kutane Lymphome, epitheliale Tumore) und zielt auf die Aufklärung der Antigenität der Tumorzellen und die Regulation sowie Gründe für das Versagen tumorspezifischer Immunreaktionen. Die Arbeiten sind patientenbasiert und translational.

Am HTCC werden die folgenden verfügbaren Techniken zur Identifizierung und Charakterisierung von Antigenen eingesetzt: Proteomserologie und serologisches Screenen von Expressionsbibliotheken für die Identifizierung von Antigenen, die von Antikörpern von Krebspatienten erkannt werden;

Peptidomics, d.h. massenspektrometrische Sequenzierung von Peptiden, die von MHC-Molekülen (HLA) von Tumorzellen extrahiert und per HPLC aufgetrennt werden, sowie Sequenzscreens und Bioinformatik für die Identifizierung von T-Zellepitopen. Die Epitope werden ggf. mittels kombinatorischer Chemie und Bioinformatik optimiert und für die Entwicklung von Vakzinen für die Induktion T-Zell-vermittelter Immunität genutzt.

Für die Untersuchung immunregulatorischer Prozesse in Tumoren werden Multiparameter-Durchflußzytometrie mit bis zu 14 Farben, quantitative PCR und Toponomics (Multiepitopimmunhistochemie mit bis zu 200 Spezifitäten) verwendet.

Von diesen Analysen werden neue Einsichten in die Molekularpathologie und neue Ansätze für die Immuntherapie von Krebs erwartet. Einige Ansätze wurden bereits in klinischen Studien getestet.

Diagnostische und analytische Verfahren

Proteinanalytik mit allen erforderlichen elektrophoretischen und massenspektrometrischen Verfahren
Expressionanalysen besonders für Gene, für die es keine kommerziellen Testkits gibt Durchflußzytometrie vor allem im Vielfarbenbereich mit bis zu 16 Parameter.

Hautlymphome

Hautlymphome (auch als kutane Lymphome bezeichnet) zählen zu der Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome. Sie entstehen durch Ansammlung entarteter Lymphozyten, einem bestimmten Typ weißer Abwehrzellen, in der Haut. Dabei ist die Unterscheidung wichtig, ob ein Lymphom ausschließlich in der Haut auftritt (primär kutane Lymphome) oder die Haut infolge einer Lymphomerkrankung in den Lymphknoten oder anderen Organen nachfolgend mitbetroffen ist (sekundär kutane Lymphome), da sich die beiden Typen der Lymphome in ihrem klinischen Verlauf, Therapie und Prognose unterscheiden.

Ursachen

Die Ursachen, die zur Entstehung der kutanen Lymphome führen, sind bisher noch unbekannt. Nach Entartung eines Lymphozyten kommt es zur ungebremsten Vermehrung dieser bösartigen Zelle. Warum Hautlymphome zumeist auf die Haut beschränkt bleiben ist ungeklärt.

Diagnose

Die Diagnose der kutanen Lymphome basiert in der Regel auf drei Säulen:

  1. dem körperlichen Untersuchungsbefund, zu dem neben der Inspektion der gesamten Haut die Abtastung der Lymphknoten sowie der Leber und Milz gehören, da sich diese bei bösartigen Lymphomen vergrößern können.
  2. dem feingeweblichen Befund (Histopathologie) durch die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie), welche ggf. mittels spezieller Techniken untersucht wird.
  3. sind zum Ausschluss einer Manifestation an anderen Organen Untersuchungen, wie z.B. Blutuntentnahme, Ultraschall, Röntgenaufnahmen oder Knochenmarkspunktion angezeigt.

Therapie

Um eine Therapie festzulegen muss das genaue Ausmaß der Tumorerkrankung bestimmt werden. Bei einzelnen Hautveränderungen kann die Behandlung mit einer Creme oder durch das Herausschneiden oder eine Bestrahlung des betroffenen Hautbereichs ausreichend sein. Sind mehrere Stellen der Haut betroffen, können weitere äußerliche (z.B. UV-Lichttherapie) und innerliche (z.B. Interferon-Spritzen) Maßnahmen erforderlich sein.

Prävention

Kutane Lymphome haben keine Vorstufen. Da die Ursachen der Entstehung der Hautlymphome unbekannt sind, gibt es auch keine Maßnahmen diesen Erkrankungen vorzubeugen. Sollten Hautveränderungen auftreten, ist die ärztliche Untersuchung und Befundeinordnung durch einen Dermatologen die wichtigste Maßnahme. Bei Verdacht auf ein Lymphom muss eine feingewebliche Abklärung erfolgen.

 

 

Kontakt

Dr. med. Claas Ulrich

Leitung Hauttumorcentrum Charité (HTCC)

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Dr. med. Felix Kiecker

Leitung Hauttumorcentrum Charité (HTCC)

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Frau Nouha Ali

Sekretariat Hauttumorcentrum Charité (HTCC)

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